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Credit Exchange AG – das Ecosystem des Schweizer Hypothekenmarktes

 

Ausgangslage

Über sehr viele Jahre gab es kaum Veränderungen im klassischen Hypothekenmarkt in der Schweiz. Umso brennender wurde der Wunsch das Hypothekargeschäft zu innovieren und zu digitalisieren. Darauf begründet sich die Vision und die Geschäftsidee der Credit Exchange AG.  Die CredEx – wie sie in der Kurzform genannt wird – ist in mitten einer Transformation von einem analogen, hin zu einem digitalen Hypothekenmarkt entstanden. Ziel ist es, Transparenz und Vergleichbarkeit für den Endkunden zu erreichen. Die Prozesse und Verträge werden standardisiert, beziehungsweise digitalisiert. Der «neue Kunde» will neben einem erstklassigen Preis auch Einfachheit (Convenience) und eine optimale Abdeckung seiner Bedürfnisse.

Diese neue digitale Realität verändert die Ausgangslage fundamental. Bisher war der Markt lokal, physisch und von viel Papier geprägt. Das Produkt stand im Zentrum. Künftig werden Hypotheken überregional, plattformbasiert und in Ecosystemen organisiert. Dabei spielt es immer weniger eine Rolle, ob dort eigene oder fremde Produkte vermarktet werden. Der zentrale Fokus liegt auf den Kunden sowie der Befriedigung deren Bedürfnisse.

Die Credit Exchange zeichnet sich durch eine Trennung von Vertrieb, Kreditgebern und der Abwicklung. Sie übernimmt die Verknüpfung von Angebot und Nachfrage und funktioniert als Börse analog dem Wertschriftengeschäft. Durch die Verbindung der einzelnen Parteien innerhalb der Wertschöpfungskette entsteht ein neues Ecosystem.

Plattformen haben Zukunft, davon sind wir fest überzeugt. Das Ausland macht es vor. So werden in England mehr als 60 % und in Deutschland über 40 % der Hypo-Geschäfte über Plattformen abgewickelt. In der Schweiz ist der Anteil noch verschwindend klein mit deutlich weniger als 5 %. Umso grösser ist das Potenzial.

Radikale Veränderungen in einem über Jahrzehnte etablierten Markt mit hohen und stabilen Margen und Erträgen lassen sich nur mit Hilfe und der Unterstützung von starken Partnern bewältigen. Mit den Aktionären Swisscom, Mobiliar, Vaudoise und Bank Avera ist dies der CredEx gut gelungen.

 

Abwicklung und IT

In der Schweiz wickeln über 300 Institute Hypotheken ab. Alle mit vergleichbaren Parametern, Dokumenten und Formalitäten und in der Regel mit vielen manuellen Prozessen. Um die Kosten für die Abwicklung auf wenige Basispunkte (1 Basispunkt = 0.01 %) reduzieren zu können, muss diese vereinheitlicht werden. Viele der bestehenden IT-Systeme sind veraltet und wenig flexibel. Änderungen oder Anpassungen benötigen sehr viel Zeit und sind enorm teuer. Unsere IT wird in Zusammenarbeit mit Additiv (Schweizer Software Firma) entwickelt und ist optimal auf die Bedürfnisse einer Hypothekenplattform zugeschnitten. Dank unserem agilen Ansatz können Änderungen schnell gemacht werden (Releases im 3 Wochen Rhythmus) und wir können rasch und flexibel auf die Bedürfnisse unserer Partner reagieren.

 

Wo stehen wir heute und was haben wir bisher gelernt

 Es braucht viel Zeit, Energie und Überzeugungskraft, um Partner zu gewinnen, Vertriebsorganisationen aufzugleisen und sukzessive Volumen aufzubauen.

Das Schweizer Rechtssystem ist nicht optimal für ein digitales Umfeld bereit und für Plattformen und Ecosysteme. Dementsprechend muss viel definiert, beschrieben und erklärt werden.

Ziel und erste Priorität war es, genügend Finanzierungspartner zu gewinnen, um ein angemessenes Ausleihungsvolumen garantieren zu können. Dies hat die CredEx in der Zwischenzeit erreicht. Damit verschiebt sich die Priorität auf die Vertriebsseite.

In der Zwischenzeit ist die gesamte Vertriebsorganisation der Mobiliar Versicherung auf der CredEx Plattform und mit der Vaudoise Versicherung haben wir einen differenzierten Ansatz gefunden. Die Plattform kommt in Fahrt und wird von Tag zu Tag besser. Leider ist der Endkunde im Hypothekenmarkt noch immer sehr bequem. Viele Kunden verlängern ihre Hypotheken ohne Vergleichsofferten – direkt bei ihrer Hausbank – und vergeben so substantielle Margen.

Mit der stetig wachsenden Anzahl der Geschäfte stellt sich eine erste Routine auf unserer Plattform ein. Wir arbeiten zusammen mit unserem Abwicklungspartner (Glarner Kantonalbank) ständig an der Optimierung der Rahmenbedingungen und Prozesse. Das System ist robust und zuverlässig und die Skalierbarkeit ist gegeben.

 

Haupterkenntnisse:

  • Es braucht viel Energie, erstklassige Partner und ein geniales Konzept, um Bewegung in den sehr stabilen und statischen Hypothekenmarkt Schweiz zu bringen.
  • Die aktuelle Situation, welche unter dem Zeichen von Corona steht, beschleunigt die Entwicklung in Richtung digitaler Angebote.
  • Plattformen werden zunehmend wichtiger und es bestehen grosse Chancen, dass sich diese mittelfristig durchsetzen. Dies in Zusammenhang mit neuen Angeboten und Ecosystemen.
  • Der Faktor Zeit ist entscheidend. Die Zukunft wird aber definitiv anders aussehen und grosse Veränderungen stehen unmittelbar bevor.
  • Die neue digitale Realität wird sich durchsetzen. Dabei spielen der optimale Preis, die Einfachheit (Convenience) und die Befriedigung der Kundenbedürfnisse in dieser Kombination eine entscheidende Rolle.
  • Die Besetzung der Kundenschnittstelle – möglichst exklusiv – ist ein entscheidender Schlüsselfaktor in der neuen digitalen Welt und mit der CredEx gewährleistet.
  • IT und einfache Systeme spielen eine tragende Rolle. Dabei ist dem Faktor Zeit und der Änderungsgeschwindigkeit zentrale Bedeutung zuzuschreiben. Ebenfalls relevant sind vernünftige Kosten für die Anpassungen in den verschiedenen Systemen.
  • Eine einheitliche, einfache, zuverlässige und kostengünstige Abwicklung wird sich durchsetzen. Es macht wenig Sinn, dass hunderte von Instituten dasselbe tun, ohne substantiellen Mehrwert zu generieren.

 

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